#137: Zwischen Ich und AI – Tech-Philosophin Céleste Spahić über KI, Identität und Mut zur Persönlichkeit
Episode 137: #Grenzgängerin #KreativUndDeduktiv #Kosmopolitisch – so beschreibt sich Céleste Spahić direkt zu Beginn unseres Gesprächs selbst. Und ich finde: Diese drei Hashtags erzählen schon sehr viel über sie.
Céleste denkt nicht gerne in Schubladen. Sie bewegt sich zwischen Disziplinen, Perspektiven und Kulturen. Sie ist halb deutsch, halb türkisch, hat niederländische Wurzeln und einen sehr wachen Blick auf die Frage, wie wir als Menschen in einer komplexen, digitalen Welt gesund, bewusst und selbstbestimmt bleiben.
Céleste ist Tech-Philosophin, HealthTech-Expertin, Autorin, Speakerin und Gründerin von MINDZEIT®. Gemeinsam mit ihrem Mann Marinko Spahić hat sie das Buch „Unlock your [aɪ]dentity“ geschrieben – über KI, Identität, Future Skills und die Frage, wie wir in einer von Algorithmen geprägten Welt nicht nur effizienter, sondern bewusster werden.
Wir sprechen in dieser Folge über Célestes persönliche Geschichte, frühen Verlust, Resilienz, Kreativität, mentale Gesundheit, KI als Spiegel, geistige Autonomie – und darüber, warum Mut zur Persönlichkeit in einer Welt voller Algorithmen vielleicht eine der wichtigsten Zukunftskompetenzen überhaupt ist.
Diese Folge ist für Dich, wenn Du Dich fragst, wie Du bei Dir bleiben kannst, während um Dich herum immer mehr Systeme um Deine Aufmerksamkeit kämpfen.
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🎧 Top 5 Learnings und praktische Impulse aus dem Gespräch mit Céleste
1 | Mut zur Persönlichkeit beginnt mit geistiger Autonomie
Für Céleste bedeutet Mut zur Persönlichkeit „der Mut, man selbst werden zu möchten“. Gerade heute ist das gar nicht so einfach: Algorithmen, Social Media, Trends, Vergleich und gesellschaftlicher Druck ziehen uns immer stärker nach außen.
Céleste sagt:
„Wir kopieren uns quasi immer mehr. Und wir werden immer weniger einzigartig, weil wir uns immer mehr nur nach außen richten statt nach innen.“
Ihr praktischer Impuls: wieder bewusster fragen, was wirklich aus uns selbst kommt. Was denke ich? Warum denke ich das gerade? Was sind meine Werte? Wo möchte ich hin?
2 | Du bist nicht Deine Gedanken
Einer der stärksten Sätze dieser Folge ist für mich:
„Du bist nicht deine Gedanken.“
Céleste hat durch frühe Verantwortung und persönliche Verlusterfahrungen gelernt, Gedanken und Gefühle aus einer Metaperspektive wahrzunehmen. Nicht alles, was wir denken, ist automatisch wahr. Nicht jedes Gefühl muss uns steuern.
Ihr Impuls: Gedanken beobachten, statt sich komplett mit ihnen zu identifizieren. Das schafft Raum für Selbstführung.
3 | Kreativität kann helfen, sich selbst besser zu verstehen
Céleste hat früh geschrieben, Theater gespielt und gesungen. Nicht nur, um sich auszudrücken, sondern auch, um zu verarbeiten und andere Perspektiven einzunehmen.
Sie sagt:
„All das hat mir halt Kraft gegeben und auch mir geholfen, andere Perspektiven einzunehmen und auch mich selbst besser zu verstehen.“
Kreativität ist damit nicht nur Output. Sie kann ein innerer Raum sein, in dem wir uns selbst begegnen.
4 | KI kann uns schneller machen – aber auch bewusster
In vielen Debatten geht es bei KI vor allem um Effizienz. Céleste denkt KI weiter: als Spiegel, Sparringspartner und Möglichkeit zur Selbstreflexion.
Die entscheidende Frage ist aus meiner Sicht: Nutzen wir KI, um Denken abzugeben – oder um unser Denken zu schärfen?
Gerade hier wird Mut zur Persönlichkeit wichtig: nicht blind konsumieren, sondern bewusst gestalten.
5 | Nicht nur senden – auch empfangen
Ein großer Teil unseres Gesprächs dreht sich um Sichtbarkeit, Social Media und den permanenten Sendemodus unserer Zeit.
Céleste bringt es wunderbar auf den Punkt:
„Nicht nur senden, auch mal empfangen.“
Für mich steckt darin ein wichtiger Gedanke: Persönlichkeit zeigt sich nicht nur darin, was wir nach außen geben. Sondern auch darin, ob wir wirklich zuhören, wahrnehmen, reagieren und in echte Verbindung gehen.
10 Kernfragen für Deine Selbstreflexion
Wer bin ich – wenn ich mich nicht nur über Wirkung, Reichweite oder Rollen definiere?
Was denke ich gerade – und warum denke ich das gerade?
Sind das wirklich meine eigenen Gedanken – oder habe ich sie irgendwo übernommen?
Was sind meine wirklichen Werte – und lebe ich sie auch?
Tanze ich nach dem Algorithmus – oder folge ich meiner eigenen Substanz?
Wo richte ich mich mehr nach Wirkung als nach Wahrheit?
Was ist meine Vision fürs Leben – und was treibt mich wirklich an?
Sende ich nur – oder empfange ich auch?
Nutze ich KI nur, um schneller zu werden – oder auch, um bewusster zu werden?
Wenn ich nur dieses eine Leben habe: Was möchte ich dann nicht länger aufschieben?
Mein persönliches Fazit
Was mich an Céleste besonders beeindruckt hat, ist ihre Mischung aus Tiefe, Klarheit und positiver Energie. Sie denkt über KI nicht angstgetrieben, aber auch nicht naiv. Sie sieht Technologie als etwas, das uns prägt – und genau deshalb bewusst gestaltet werden muss.
Besonders hängen geblieben ist bei mir ihr Satz:
„Das Leben kann in der nächsten Sekunde vorbei sein und dann war's das.“
Nicht als Drohung, sondern als Erinnerung. Als Einladung, bewusster zu leben. Dankbarer. Mutiger. Und auch echter.
Und genau da schließt sich für mich der Kreis zu MUT ZUR PERSÖNLICHKEIT. Denn in einer Welt voller Algorithmen, Trends und digitaler Verführung ist es vielleicht mutiger denn je, nicht nur nach außen zu wirken, sondern nach innen zu fragen: Wer bin ich eigentlich? Was ist meine Substanz? Und wie möchte ich diese Welt mitgestalten?
Danke für Deinen Mut zur Persönlichkeit, liebe Céleste!
Starke Zitate, die hängen bleiben…
„Du bist nicht deine Gedanken.“
„Das Leben kann in der nächsten Sekunde vorbei sein und dann war's das. Und was ist das [Leben] für ein großes Geschenk? Und deswegen gibt mir das so viel Power, weil ich weiß, ich kann alles machen, weil ich lebe.“
„Wir brauchen positive Energie, wir brauchen positive Geschichten, um uns selbst alle in eine positive Richtung weiter voranzubringen.“
„Mentale Gesundheit und Bildung, das muss zusammengehen.“
„Mut zur Persönlichkeit ist für mich wirklich auch der Mut, man selbst werden zu möchten, weil in unserer Zeit gerade sind wir sehr viel von außen gesteuert.”
„Wir kopieren uns immer mehr. Und wir werden immer weniger einzigartig, weil wir uns immer mehr nur nach außen richten statt nach innen.“
„Die Grundkompetenz, Grund-Future-Skill, ist geistige Autonomie. Also die Fähigkeit wahrzunehmen: Was denke ich? Warum denke ich das gerade? Wer bin ich? Was sind meine Werte? Wo möchte ich hin?“
„Wenn man nicht konform ist, dann fällt man halt auf. Und das kann positiv wie auch negativ sein.“
„Wenn man gewisse Erfahrungen im Leben macht, dann möchte man einfach nur leben und möchte einfach nur glücklich sein.“
“Wenn man unsere Gesellschaft auf eine Couch legen würde, dann wäre die Diagnose narzisstische Persönlichkeitsstörung.”
Unser Rat an alle: „Nicht nur senden, auch mal empfangen.“
Zum Abschluss unserer Folge:
„Ich wünsche mir, dass wir jetzt nicht nur gesendet haben, sondern dass empfangen wird.“ ;-)
Warum unsere Welt Mut zur Persönlichkeit braucht…
Unsere Welt braucht Mut zur Persönlichkeit, weil wir immer stärker von außen beeinflusst werden: durch Algorithmen, soziale Medien, Trends, gesellschaftlichen Druck und den permanenten Vergleich mit anderen.
Mut zur Persönlichkeit wird dadurch zu einer Zukunftskompetenz. Nicht als laute Selbstinszenierung, sondern als Fähigkeit zur geistigen Autonomie: selbst zu denken, sich selbst wahrzunehmen, eigene Werte zu kennen und bewusst zu entscheiden, welchen Einfluss Technologie, Öffentlichkeit und Erwartungen auf das eigene Leben haben dürfen.
🎙️ Wer ist Céleste Spahić?
Céleste Spahić ist Tech-Philosophin, HealthTech-Expertin, Autorin, Speakerin und Gründerin von MINDZEIT®. Mit ihrem Bildungsprogramm [aɪ]fluencer® setzt sie sich dafür ein, Menschen in einer schnelllebigen, digitalen Welt kognitiv, emotional und sozial zu stärken.
Was man in dieser Folge sehr spürt: Céleste interessiert sich nicht nur für Technologie. Sie interessiert sich für das, was Technologie mit uns macht – mit unserer Aufmerksamkeit, unserem Denken, unserer mentalen Gesundheit und unserem Menschsein.
Oder in ihren eigenen Worten: #Grenzgängerin #KreativUndDeduktiv #Kosmopolitisch
📍 Webseiten: https://celeste-kleinjans.de/ | https://mindzeit.app/
📍Buchempfehlung “Unlock your [ai]dentity”, Penguin Verlag
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Denn: Mehr Mut zur Persönlichkeit macht diese Welt eindeutig besser.
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Bis zur nächsten Folge – sei mutig, zeig’ Persönlichkeit!
Deine Chérine
